Geschichte
Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Altvatergebirge kolonisiert, etwa zur gleichen Zeit entstand der Ort Freiwaldau, das heutige Jesenik, dessen erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1267 zurückgeht. Im 14. Jahrhundert war das Stadtbild von Hammerwerken und Eisenhütten bestimmt und der Abbau von Erz, Gold und Silber florierte. Ergiebige Erzlagerstätten machten die Stadt auch für die Fugger interessant, die diese schon bald erwarben. Im Jahre 1506 erhob Johannes V. Thurzo Freiwaldau zur Bergstadt, die somit ihr erstes Stadtwappen verliehen bekam.
Im Jahre 1547 veräußerten die Fugger die Stadt an das Fürstbistum Breslau. In den darauffolgenden Jahren verlor der Bergbau zunehmend an Bedeutung, sodass die meisten Einwohner von Jesenik ihren Lebensunterhalt mit der Leineweberei bestritten.
Im Zuge des 17. Jahrhunderts hatten die Bewohner der inmitten des idyllischen Altvatergebirges gelegenen Stadt mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. So litt Jesenik massiv unter dem Dreißigjährigen Krieg, denn durch die direkte Lage an einer zentralen Verbindung zwischen Mähren und Schlesien, wurde die kleine Ortschaft immer wieder von Streitkräften heimgesucht. Zudem begannen bereits während des Krieges die Hexenverfolgungen, die allein in Jesenik mehr als 100 Menschen auf den Scheiterhaufen brachten.
Nach der friedlichen Trennung von Schlesien und Breslau blieb das damalige Freiwaldau auch nach 1742 ein Teil von Österreich-Schlesien. Da diese Teilung ohne Gewalt und im gegenseitigen Einvernehmen durchgeführt wurde, konnten sich die Einwohner des heutigen Jesenik von den Kriegswirren erholen. Die Trennung hatte aber auch negative Folgen, denn die Jeseniker Leineweber verloren durch diese neue politische Ausrichtung den Zugang zu zahlreichen Märkten Schlesiens und hatten daher massive Probleme, ihre Waren abzusetzen. Erst im Jahre 1822 verhalf Adolf Raymann der Ortschaft Freiwaldau zu einem neuerlichen, wirtschaftlichen Aufschwung, indem er eine Leinwandmanufaktur gründete.
Heute dominiert jedoch nicht mehr das Weber-Handwerk im mittlerweile tschechischen Jesenik, sondern der Tourismus. Vincenz Prießnitz legte für diesen Wirtschaftszweig bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Grundstein, denn damals befasste er sich intensiv mit Kaltwasserkuren und eröffnete in Gräfenberg die erste Wasserheilanstalt. Noch heute kommen jedes Jahr zahllose Erholungssuchende nach Jesenik, dessen Name 1947 geändert wurde, um hier einen entspannenden Kururlaub zu verbringen und die verschiedenen Wasserkuren nach Prießnitz in Anspruch zu nehmen.